Global Refugee Youth Consultation – Die Sicht der Flüchtlinge

Im Juni 2016 finden in Genf die ersten Global Refugee Youth Consultations statt, mit dem Ziel, dass junge Flüchtlinge eine Plattform der Partizipation bekommen.

Die Global Refugee Youth Consultations werden vom Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCR) und von der Kommission für weibliche Flüchtlinge organisiert. UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, setzt sich für Flüchtlinge sowie für die weltweite Einhaltung der Menschenrechte ein. Bei der Global Consultation haben ausgewählte junge Menschen, welche aus ihrer Heimat flüchten mussten, die Möglichkeit, Resultate und Empfehlungen aus den jeweiligen National Consultations zu präsentieren, und zu diskutieren. Die Jugendlichen werden sich in Genf ebenfalls mit Vertretern der Regierungen, des UNHCR sowie Nichtregierungsorganisationen über ihre Erfahrungen austauschen können.

Am 21. Mai 2016 fand die National Consultation der Schweiz statt. Dabei diskutierten junge Menschen, welche als Flüchtlinge in die Schweiz kamen, über ihre Bedürfnisse und Probleme, sowie Lösungsansätze, um diese Probleme überwinden zu können. Der Workshop wurde von terre des hommes schweiz organisiert, weshalb auch zwei Jugendliche von imagine die einzigartige Chance hatten, am Workshop teilzunehmen. Aufgrund von unseren Projekten mit unbegleiteten, jugendlichen Flüchtlingen konnte wir unsere Erfahrungen aus dieser Zusammenarbeit in die Diskussion einbringen und sehr viel über die Situation dieser jungen Menschen in der Schweiz lernen.

Es ist ein grosses Bedürfnis aller Teilnehmenden, möglichst schnell Deutsch zu lernen. Die Jugendlichen haben den Wunsch, sich möglichst schnell zu integrieren und selbstständig leben zu können. Dafür ist es notwendig, eine Schule oder eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren, was kaum möglich ist mit sprachlichen Schwierigkeiten. Ein weiteres Problem ist die Wartezeit bezüglich des Flüchtlingsstatus. Das drückt sich zum Beispiel darin aus, dass erhaltene Lehrstellen nicht angetreten werden können, solange der Flüchtlingsstatus nicht geklärt ist. Auch problematisch sind die Diskriminierungen und Vorurteile, welche in allen Alltagssituation und beispielsweise im Zusammenhang mit der Wohnungssuche von volljährigen Flüchtlingen auftreten.

Alle Ergebnisse sowie die damit verbundenen Lösungsansätze werden von unserem Repräsentanten an der Global Consultation in Genf präsentiert und führen hoffentlich zu einer Verbesserung der Situation in der Schweiz. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es eine spannende Erfahrung war, diesen Workshop zu erleben, neue Freunde kennen zu lernen, zu diskutieren und einiges von ihnen zu lernen!

Update: im Oktober 2016 wurde der Bericht des UNHCR veröffentlicht. Nachlesen könnt ihr ihn hier.